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28.02.2017

Fördern und fordern von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Begabungen

Umbau dieser Seite

Diese Seite wird in der nächsten Zeit umgebaut und wird dann auch Enrichment enthalten. Enrichment ist sehr viel populärer, dadurch können sehr viel mehr Kinder und Jugendliche erreicht werden. Dazu habe ich nur wenig publiziert, ich hab es als Lehrerin jahrelang an verschiedenen Schulformen (Orientierungsstufe, als es sie in Niedersachsen noch gab, Realschule, Hauptschule, Gymnasium) ‚einfach nur gemacht’. Für sehr viele Schülerinnen und Schüler hat das gereicht, für einige nicht.

Akzeleration, unabhängig von der Form, ist weniger populär und nicht immer notwendig oder geeignet, aber sehr wirksam gegen Unterforderung. Dazu habe ich geforscht, Schulen, Eltern Jugendliche und Erwachsene befragt und publiziert. Mädchen und Jungen sind in meine und aus meinen Klassen gesprungen, in der Regel mit genau so viel Problemen, wie sie nach einem Schulwechsel durch einen Umzug vorkommen können – oder auch nicht.  Wenn es nach einem Umzug Probleme gibt – leistungsmäßig oder sozial – würde niemand gegen das Umziehen argumentieren, sondern dafür, dass die richtige Unterstützung gegeben wird, um Fuß zu fassen.

Bisherige Untersuchung zeigen allerdings, dass Akzeleration im Durchschnitt wesentlich effektiver ist als Enrichment (Ausnahmen bestätigen auch hier, wie immer, die Regel):

John Hattie hat mehr als 800 Meta-Analysen zur Effektivität verschiedener pädagogischer Maßnahmen zusammengetargen. Maßnahmen werden effektiv, d.h. wirksam, wenn der Wert mehr als 0.4 beträgt.
Die Effektivität von Förderklassen für Hochbegabte: 0.30
Die Effektivität von Enrichment: 0,39
Die Effektivität von Akzeleration: 0.88

Hattie, John (2013). Lernen sichtbar gemacht, Schneider Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler, S. 119ff,

Dr. Annette Heinbokel, Dipl. Päd.

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Heinbokel, Annette (2016). Eine Klasse überspringen – sonst wäre ich fipsig geworden, LIT Verlag, Münster
Flyer
Inhaltsverzeichnis
Vorwort


A Nation Deceived: How Schools Hold Back Americas's brightest Students (2004) ist ein bahnbrechendes Werk zum Thema schulische Akzeleration. Es gibt es inzwischen in neun Sprachen, auch auf Deutsch:
Eine betrogene Nation: Wie Schulen die besten Schüler Amerikas bremsen

Vor kurzem erschien ein Folgeband: Nation Empowered: Evidence Trumps the Excuses Holding Back America’s Brightest Students
leider noch nicht auf Deutsch

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Broschüren zum Überspringen
Hamburg
Hessen
Schweiz
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Kultusministerkonferenz

Im Juni 2015 veröffentlichte die KMK den Beschluss

„Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler“

Dort werden auch die verschiedenen Formen von Akzeleration empfohlen.

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Annette Heinbokel (2012). Handbuch Akzeleration - Was Hochbegabten nützt, LIT Verlag, Münster
ISBN 978-3-643-10245-4
2. Auflage

Akzeleration und Enrichment sind die Methoden der Förderung für Kinder und Jugendliche mit besonderen Begabungen. Sie schließen sich nicht aus, sie ergänzen sich. Zur Akzeleration ge- hören die frühe Einschulung, das Überspringen von Klassen und das Frühstudium.
Richtig angewendet ist Akzeleration nicht nur einfach, es ist auch die effektivste Methode, Hoch- begabten angemessene Lernangebote zu machen. Sie ist dennoch nicht immer für Hochbegabte geeignet. Es gehört zu den Aufgaben von Schule, damit richtig umzugehen. Der Anhang enthält Hilfen für die Entscheidung.
Rezension Palmstorfer
Rezension Weyringer

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Neue Zahlen zum Überspringen

Die Zahlen zum Überspringen  einer Klasse in Deutschland für 2014/15 finden Sie hier

Zahlen für die Jahre ab 2004 finden Sie unter Überspringen von Klassen Zahlen der Bundesländer zum Überspringen

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Schneller durch die Schule - wie war das früher?

Dass Kinder und Jugendliche früher als üblich begannen zu lernen oder die Schule schneller durchliefen, hat es immer gegeben. Allerdings gab es früher keine Regelungen dazu weil keine Notwendigkeit gesehen wurde, ältere Untersuchungen fehlen völlig. Es hing von den individuellen Eltern und Lehrkräften ab, wie sie mit einem schnell lernenden Kind umgingen, welche Schule es besuchte oder ob es zum Beispiel Hausunterricht gab und der Unterricht einfach dem Lernvermögen des Kindes angepasst werden konnte.

Beispiele finden sich verstreut in Biographien und Autobiographien und können nur durch Zufall gefunden werden. So übersprang Elisabeth Mann, die jüngste Tochter Thomas Manns, in den zwanziger Jahren zwei Klassen.

Falls Sie weitere Beispiele kennen von bekannten Persönlichkeiten, die die Schule schneller durchliefen, würde ich mich über einen Hinweis freuen.

Dr. Annette Heinbokel, Dipl. Päd.
netzwerk.akzeleration@swbmail.de

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Hochbegabte fördern - aber wie

Es gibt zwei wesentliche Methoden der Förderung hoch- und überdurchschnittlich begabter Kinder:

Enrichment und Akzeleration, aber auch Kombinationen beider Methoden. Beides kann sowohl individuell als auch in Gruppen stattfinden.

Unter Enrichment sind Maßnahmen zu verstehen, die die Kinder und Jugendlichen mit Zusatzstoff versorgen, den Unterrichtsstoff vertiefen und erweitern, ohne dass die Schülerinnen und Schüler schneller vorankommen.

Unter schulischer Akzeleration ist jede Maßnahme zu verstehen, die es einer Schülerin oder einem Schüler ermöglicht, den vorgesehenen Lehrplan oder Teile davon früher zu beginnen, zu beenden oder schneller zu passieren, als es teils üblich, teils gesetzlich vorgesehen ist.

Diese Website befasst sich (noch) speziell mit allen Formen schulischer Akzeleration.

Während die Einstellung gegenüber Enrichment positiv ist, gibt es gegenüber Akzeleration nach wie vor Bedenken. Diese Bedenken beruhen sehr häufig nicht auf Wissen, sondern auf Vermutungen, auf Erfahrungen mit Einzelfällen, auf dem, was der ,gesunde Menschenverstand’ dazu meint.

Richtig angewendet ist Akzeleration nicht nur einfach, es ist auch die effektivste Methode, Hochbegabten angemessene Lernangebote zu machen. Zahlen zur Effektivität gibt es bei:

Colangelo, Nicholas, Assouline, Susan G. & Gross, Miraca U.M. (2004). A nation deceived: How schools hold back America’s brightest students, Vol. I (German) and Vol II (English). (www.nationdeceived.org)
Lipsey, Mark W. & Wilson, David B. (1993). The efficacy of psychological, educational, and behavioral treatment: Confirmation from meta-analysis. American Psychologist. 48. 1181-1209.
Rogers , Karen B. (1993) Grouping the gifted and talented: Questions and answers, in: Roeper Review, Vol. 16, No. 1
Steenbergen-Hu
, Saiying & Moon, Sidney M. (2011). The Effects of Acceleration on High-Ability Learners: A Meta-Analysis, in: Gifted Child Quarterly, Vol. 55, No.1

Vergleichbare Untersuchungen zur Effektivität von Fördermaßnahmen für Hochbegabte gibt es in Deutschland noch nicht.


Akzeleration ist dennoch nicht immer für alle Hochbegabten geeignet. Es gehört zu den Aufgaben von Schulen, damit richtig umzugehen. Schulische Akzeleration ist ein Angebot, kein Muss. Es ist eine Möglichkeit, die von den Schülerinnen und Schülern und den Eltern abgelehnt werden darf.

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Diese Website wird im Laufe der Zeit weitere Seiten bekommen. Hinweise, Ideen, Beiträge sind erwünscht.
geändert: Januar 2017



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Tagungen und Vorträge


22nd World Conference on Gifted and Talented Children (WCGTC)
"Global Perspectives in Gifted Education"

20-23 July 2017
Sydney, Australia

http://www.worldgifted2017.com

16th ECHA Conference 2018
Working with Gifted Students in the 21st Century
8-11 August 2018
Croke Park
Dublin
Ireland
www.echa2018.info

Carla und Tim sind hochbegabt - was nun?
Eintägiger Kurs an der VHS Bremen
25. März 2017

University of the 3rd Age-  u3a
Lecture
Gifted Children - from Ealing to Germany
18th May 2917
London - Ealing
http://u3asites.org.uk/ealing