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28.01.2012

Fördern und fordern von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Begabungen

Es gibt zwei wesentliche Methoden der Förderung:
Enrichment und Akzeleration, aber auch Kombinationen beider Methoden. Beides kann sowohl individuell als auch in Gruppen stattfinden.

Unter Enrichment sind Maßnahmen zu verstehen, die die Kinder und Jugendlichen mit Zusatzstoff versorgen, den Unterrichtsstoff vertiefen und erweitern, ohne dass die Schülerinnen und Schüler schneller vorankommen.

Unter schulischer Akzeleration ist jede Maßnahme zu verstehen, die es einer Schülerin oder einem Schüler ermöglicht, den vorgesehenen Lehrplan oder Teile davon früher zu beginnen, zu beenden oder schneller zu passieren, als es teils üblich, teils gesetzlich vorgesehen ist.

Diese Website befasst sich speziell mit allen Formen schulischer Akzeleration.

Während die Einstellung gegenüber Enrichment positiv ist, gibt es gegenüber Akzeleration nach wie vor Bedenken. Diese Bedenken beruhen sehr häufig nicht auf Wissen, sondern auf Vermutungen, auf Erfahrungen mit Einzelfällen, auf dem, was der ,gesunde Menschenverstand’ dazu meint.

Richtig angewendet ist Akzeleration nicht nur einfach, es ist auch die effektivste Methode, Hochbegabten angemessene Lernangebote zu machen. Zahlen zur Effektivität gibt es bei:

Colangelo, Nicholas, Assouline, Susan G. & Gross, Miraca U.M. (2004). A nation deceived: How schools hold back America’s brightest students, Vol. I and II. (www.nationdeceived.org)
Lipsey, Mark W. & Wilson, David B. (1993). The efficacy of psychological, educational, and behavioral treatment: Confirmation from meta-analysis. American Psychologist. 48. 1181-1209.
Rogers , Karen B. (1993) Grouping the gifted and talented: Questions and answers, in: Roeper Review, Vol. 16, No. 1
Steenbergen-Hu
, Saiying & Moon, Sidney M. (2011). The Effects of Acceleration on High-Ability Learners: A Meta-Analysis, in: Gifted Child Quarterly, Vol. 55, No.1

Vergleichbare Untersuchungen zur Effektivität von Fördermaßnahmen für Hochbegabte gibt es in Deutschland noch nicht.


Akzeleration ist dennoch nicht immer für alle Hochbegabten geeignet. Es gehört zu den Aufgaben von Schulen, damit richtig umzugehen. Schulische Akzeleration ist ein Angebot, kein Muss. Es ist eine Möglichkeit, die von den Schülerinnen und Schülern und den Eltern abgelehnt werden darf.

Mitglieder des Netzwerks Akzeleration haben es sich zur Aufgabe gemacht, zu informieren, zu beraten und Tagungen zur Information für Lehrkräfte und Eltern zu organisieren.


Ein neues Buch
Sen, Mitra Anne (2011). Springerklassen - Akzeleration am Gymnasium - Evaluation eines Schulversuchs, LIT Verlag, Münster
In dieser Arbeit wird ein Schulversuch für begabte und leistungsfähige Schülerinnen und Schüler evaluiert. An einer Stichprobe von 124 Jugendlichen in Springer- und 514 in Regelklassen werden die Auswahlkriterien für die Teilnahme an akzelerierten Klassen in der gymnasialen Mittelstufe überprüft. Die Lern- und Leistungssituation in den Klassentypen wird untersucht, Leistungsmerkmale, Persönlichkeitsmerkmale und soziale Umweltmerkmale verglichen. Die Ergebnisse der Untersuchung werden differenziert dargestellt und mit Blick auf praktische Konsequenzen für pädagogisches Handeln diskutiert.
Talentförderung - Expertiseentwicklung - Leistungsexzellenz, Bd. 7, 296 S., 29,90 €, br, ISBN 978-3-643-11102-9

 




Diese Website wird im Laufe der Zeit weitere Seiten bekommen. Hinweise, Ideen, Beiträge sind erwünscht.
geändert 20.01.2012



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Fachtagung

12 – 15 September 2012
Münster - Deutschland
13th ECHA Conference
Giftedness across the lifespan